Visualisierung Krebsstudien

Lymphome

Unsere Studiengruppe fokussiert sich auf die optimierte Behandlung von Patient*innen mit rezidivierter oder refraktärer Lymphom-Erkrankung.
Ein erster Schwerpunkt ist die Etablierung eines bayernweiten Krankheits-Registers zur Harmonisierung der Versorgung und Verbesserung der Begleitforschung.

Konzept:

Lymphome sind die häufigste Gruppe hämatologischer Malignome. Eine Herausforderung in der Behandlung sind die heterogene Biologie sowie die sehr unterschiedlichen klinischen Verläufe der Erkrankung. Während in vielen Fällen durch die initiale Behandlung eine lange anhaltende Krankheits-Remission bis hin zur Kuration erreicht werden kann, sind einige Unterformen, insbesondere rezidivierte und refraktäre (r/r) Lymphome weiterhin nicht heilbar, und zeigen häufig einen sehr ungünstigen Verlauf. Gleichzeitig stehen innovative Therapien zur Verfügung, wie etwa zielgerichtete Inhibitoren molekularer Signalkaskaden, optimierte Antikörper, verbesserte Transplantationsregime und zelluläre Immuntherapien.

Vor diesem Hintergrund ist ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Biologie, insbesondere der molekularen Pathomechanismen unerlässlich. Die Studiengruppe Lymphome arbeitet daher am Aufbau eines Bayerischen Registers für rezidivierte und refraktäre maligne Lymphom-Erkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der longitudinalen Gewinnung von Gewebeproben im Krankheitsverlauf und dezentralem Biobanking liegen. Ziel hierbei ist – mit Hilfe biologischer und reverstranslationaler Begleitforschung – eine optimierte Risiko- und Biologieadaptierte Patientenstratifikation sowie die Entwicklung individueller Behandlungskonzepte zu ermöglichen.

Meilensteine:

Meilensteine der Studiengruppe Lymphome für den Zeitraum der Förderung 2021/2022:

Meilensteine Studiengruppe Lymphome

Aufgabenbereich / Mehrwert:

Im Fokus der ersten 18 Monate der Zusammenarbeit innerhalb der Studiengruppe stehen einerseits die Schaffung der Infrastruktur für Erarbeitung harmonisierter Protokolle an allen sechs BZKF-Standorten bezüglich Gewinnung von Biomaterial, Erfassung zugehöriger Metadaten, longitudinalem Sampling, aber auch Bildgebung und zentraler Bildspeicherung. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Leuchtturm-Projekten OMICs und Theranostics. Durch den Schwerpunkt des Leuchtturms OMICS auf Proteomik, Proteogenomik und Liquid Biopsy ist die Integration verschiedener OMICs-Ebenen zur „Phänotyp“-nahen Charakterisierung der Gewebeproben und der zugrundeliegenden molekularen Pathomechanismen möglich. Zudem erlauben genomisch und proteomisch longitudinale Beobachtungen dynamische molekulare Charakterisierung des Krankheitsverlaufes als Basis für Biologieadaptierte Behandlungsstrategien. Zur Implementierung einer spezifischen Probenlogistik und -präanalytik ist die enge Zusammenarbeit im Netzwerk erforderlich.

Die Studiengruppe Lymphome wird daher ein zentrales, im BZKF-Netzwerk Mehrwert generierendes Anwendungsbeispiel für den Leuchtturm OMICs. Die Kooperation mit dem Leuchtturm Theranostics ist gerade bei Lymphomen sinnvoll, da sich hier zunehmend die Prognoserelevanz bildbasierter Biomarker zeigt. Die gemeinsam zu etablierende Sammlung erkrankungsbegleitend gewonnener PET/CT-Bilddaten knüpft an die Regensburger Referenz-Nuklearmedizin der GLA an und ermöglicht vielfältige Radiomics-Analysen mit Artificial intelligence-Methoden. Das Lymphom-Register wird dahingehend Pionieranwendung für weitere Entitäten-AGs des BZKF. Hiermit schaffen wir eine wichtige Grundlage für die spätere erfolgreiche Koordinierung von translationalen Forschungsprojekten. Aber bereits während der Anschubfinanzierung möchten wir die Struktur des bayerischen Lymphom-Registers für klinische Forschungsprojekte nutzen, etwa zum Verlauf der COVID-19-Erkrankung bei Patient*innen mit malignem Lymphom an allen BZKF-Zentren.

Langfristige Ziele:

»  Etablierung eines bayernweiten Registers für rezidivierte und refraktäre Lymphom-Erkrankungen
»  Harmonisierung diagnostischer Protokolle inklusive Gewebegewinnung und Bildgebung
»  Abstimmung mit weiteren deutschen Lymphom-Register-Bemühungen der GLA
»  Einheitliche genomische und proteomische longitudinale Beobachtung zur dynamischen molekularen Charakterisierung des Krankheitsverlaufes
»  Ermöglichung revers-translationaler Forschung zur Entwicklung Biologie-adaptierter Behandlungsstrategien

 

Sprecher:

Prof. Dr. Florian Bassermann, Technische Universität München
E-Mail: florian.bassermann@tum.de
Telefon: 089 4140 4111

 

Stellvertretender Sprecher:

PD Dr. Simon Heidegger, Technische Universität München
E-Mail: simon.heidegger@tum.de

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