Visualisierung Krebsstudien

Cancer of Unknown Primary

(Krebs unklaren Ursprungs)

CUP ist eine Entität mit unscharfer Definition. Das geplante klinisch-molekulare BZKF-CUP-Register mit klarer CUP-Definition und standardisierter Diagnostik wird eine solide Datengrundlage für unterschiedlichste wissenschaftliche Fragestellungen darstellen.

Konzept:

Obwohl Krebs unklaren Ursprungs (CUP) keine seltene Krebserkrankung ist (2 – 4% aller Krebsneuerkrankungen), stellt CUP in Deutschland und Europa eine unscharf definierte Entität dar. Unschärfe kommt zum einen zu Stande durch die nicht einheitliche Definition des Begriffs CUP, die z. B. verschiedene Ursprungsgewebe umfassen kann, zum anderen durch das unterschiedliche Ausmaß an z. B. molekularer Diagnostik. Eine Analyse des diagnostischen Vorgehens an den beteiligten Unikliniken der Studiengruppe haben diese Unschärfen bestätigt. Ziel der Gruppe ist es daher unter den BZKF-Standorten eine klare CUP-Definition zu vereinbaren und die dazugehörige Diagnostik festzulegen und zu standardisieren. Alle so charakterisierten Fälle in Bayern sollen dann prospektiv in einer gemeinsamen Datenbank gesammelt werden, die alle relevanten klinischen, bildgebenden, immunhistochemischen und  insbesondere molekularen Daten enthält. Ein solches in Bayern bisher nicht existierendes klinisch- molekulares CUP-Register macht – als Mehrwert für das BZKF – die Daten aller Standorte vergleichbar. Es ist – auch aufgrund der statistisch relevanteren Anzahl im Vergleich zum Einzelstandort – eine solide Datengrundlage für unterschiedlichste  wissenschaftliche Fragestellungen sowie für Analysen zur Qualitätskontrolle der in Bayern angewandten Diagnostik und Therapie und damit eine mögliche Entscheidungshilfe für Empfehlungen der lokalen (molekularen) Tumorboards. Des Weiteren kann dieses Register eine Screeningplattform für die Entwicklung klinischer Studien und Studien der Versorgungsforschung darstellen (s. langfristige Ziele unten).

Abb. 1 Vernetzung im BZKF

In Verbindung mit der geplanten Sammlung von Biomaterial der Register-Patienten werden darüber-hinaus experimentelle Studien zur Pathogenese erleichtert. Neben der Vernetzung bzw. Förderung der Zusammenarbeit mit den AGs und Leuchttürmen des BZKF (siehe Abb. 1) sowie der gemeinsamen Nutzung der vorgenannten Daten und Biomaterialien liegt der Mehrwert des Registers für das BZKF damit auch in der rascheren präklinischen und klinischen Entwicklung neuer Therapien für das CUP.


Meilensteine:

Wichtige Meilensteine im 1. Projektabschnitt (6 – 9 Monate) sind:
Vereinbarung einer klaren CUP-Definition, Festlegung der dazugehörigen Standarddiagnostik und Harmonisierung; Schreiben eines Register-Studienprotokolls inklusive Ethikantrag; Erstellung von Eingabemasken und einer Registerdatenbank mit Hilfe von OnkoStar; Sammlung, Auswertung und Darstellung retrospektiver Daten; Vernetzung mit der AG Biobank zum organisatorischen Aufbau der Biomaterialsammlung, Vernetzung mit der AG molekulares Tumorboard und AG Informationstechnik

Wichtige Meilensteine im 2. Projektabschnitt sind (9 – 12 Monate):
Prospektive Datensammlung im Register, Sammlung Gewebe- und Blutproben, Vernetzung mit Leuchtturm OMICs und Bildgebung.

Langfristige Ziele:

» Fortführung des klinisch-molekularen Registers
» Entwicklung einer Risikostratifizierung
» Durchführung von klinischen Phase I/II-Studien zur Entwicklung neuer Therapieansätze
» Entwicklung eines Therapiemonitoring zur Progress- und Resistenzdetektion
» Studien zum Verständnis der Tumorbiologie

Sprecher:

Prof. Dr. B. Kubuschok, Universitätsklinikum Augsburg
E-Mail: Boris.Kubuschok@uk-augsburg.de

 

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