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Arbeitsgruppe

Molekulares Tumorboard / Molekulare Medizin (MOLTB)

Um eine Harmonisierung sowohl der Analysepipelines als auch der gemeinsamen Infrastruktur der Datensätze zu erreichen, wurde die Arbeitsgruppe Molekulares Tumorboard / Molekulare Medizin unter der Leitung von Herrn Prof. Wilko Weichert (Technische Universität München) gegründet. Pro BZKF Standort sind ein Pathologe und ein Onkologe vertreten. Angekoppelt an die Arbeitsgruppe ist auch die Thematik „Zentrum Personalisierte Medizin (ZPM)“. Die Arbeitsgruppe Molekulare Diagnostik und Therapie beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung und Implementierung personalisierter Therapieansätze in der Onkologie und gruppiert sich um die zentrale Infrastruktur des Molekularen Tumorboards.

Aufgaben:

Die Behandlung aller Krebspatienten zentriert sich seit mehr als zwei Dekaden um das interdisziplinäre Tumorboard. Dort treffen sich alle Fachdisziplinen (Onkologen, Operateure, Strahlentherapeuten, Radiologen, Pathologen, Humangenetiker sowie weitere), um die individuelle Vorgehensweise bei jedem einzelnen Patienten vor jeder Therapieänderung abzustimmen und gemeinsam die bestmögliche Behandlung festzulegen. Bisher sind Personalisierte Medizin (PM)-Therapiekonzepte hier nur partiell und noch nicht flächendeckend eingearbeitet worden. Durch die hochkomplexen Daten und differenzierteren Behandlungsmöglichkeiten, die im Wesentlichen durch molekulare PM-Ansätze nun erzeugt werden, wird die Therapiefindung in diesem Kontext immer anspruchsvoller. Zeitgleich wird eine Adressierung von PM-Konzepten in der Behandlung von nahezu jedem Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung zu irgendeinem Zeitpunkt seiner Erkrankung zunehmend unentbehrlich. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, wurden in den letzten Jahren an großen Zentren sogenannte interdisziplinäre Molekulare Tumorboards (MTB) eingeführt, in denen Patienten mit klinisch und/oder biologisch anspruchsvollen Befundkonstellationen entitätsübergreifend und zum Teil organ-agnostisch durch spezifisch molekular-onkologisch geschulte Ärztinnen/Ärzte aus den behandelnden Fachdisziplinen und der Pathologie gemeinsam mit Humangenetikern, Radiologen, Molekularbiologen sowie Bioinformatikern diskutiert werden. Molekulare Tumorboards bilden damit zurzeit das Kernelement zukünftiger PM-Entwicklungen in der Krebsmedizin. Die wesentlichen Strukturelemente eines MTB umfassen:

AG monekulares Tumorboard

1. Identifikation von geeigneten Patienten zum Einschluss in Molekulare Tumorboards anhand standardisierter Kriterien.
2. Durchführung einer erweiterten molekularen Diagnostik inklusive bioinformatisch gestützter Interpretation der molekularen Daten.
3. Gemeinschaftliche klinisch-molekulardiagnostische Interpretation der Befunde und Festlegung individueller Therapiestrategien (Studie, ggf. off-label-use).
4. Nachverfolgung der Patienten und (zentrumsübergreifende) Zusammenführung der Daten individualisierter Behandlungsansätze zur wissensbasierten Therapieoptimierung und Qualitätskontrolle innerhalb eines Registers.

Um diese Ziele qualitätskontrolliert und harmonisiert in Bayern standortübergreifend zu erreichen, müssen die Prozesse der regionalen MTBs aller Standorte abgeglichen und die Daten für Forschungsfragestellungen zusammengeführt werden (siehe Ziele). Mit der Zusammenführung aller diagnostischen Ansätze und Verknüpfung mit den Studiengruppen des BZKF wird eine international hochkompetitive Infrastruktur für translationale Forschung im Bereich der Personalisierten Medizin geschaffen.

AG monekulares Tumorboard 2

 

Langfristige Ziele:

» Aufbau einer gemeinsamen BZKF-MTB-Dateninfrastruktur, die klinische Parameter, molekulare Profile und strukturelle Informationen abdeckt.
» Harmonisierung der Verfahren für klinische Empfehlungen und follow-up für BZKF-MTBs.
» Harmonisierung mit weiteren deutschen MTB-Initiativen wie DKTK und ZPM.
» Entwicklung von Strategien für einen übergreifenden BZKF-Zugriff auf MTB-Datensätze zur Nutzung für Forschungs- und klinische Studienzwecke.

Arbeitsgruppenleiter:

Herr Prof. Dr. Wilko Weichert, Technische Universität München

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