Früherkennung von Lungenkrebs

Die BZKF-Studiengruppe Lungentumore sich an einer großangelegten, bundesweiten Studie der Arbeitsgruppe Broadband InfraRed Diagnostics (BIRD) der Laserphysik an der LMU München unter Leitung von Dr. Mihaela Zigman. Ziel der Studie ist es, im Rahmen regulärer Blutentnahmen eine frühzeitige, molekulare Krebsdiagnostik zu ermöglichen – und zwar ohne zusätzliche Belastung für die Patientinnen und Patienten. 

Lungenkrebs zählt zu den weltweit häufigsten malignen Erkrankungen und ist nach wie vor die führende Ursache krebsbedingter Sterblichkeit. Da Lungenkrebs im frühen Stadium häufig keine oder unspezifische Beschwerden verursacht, wird die Diagnose oft erst zu spät und in einem fortgeschrittenen, therapeutisch ungünstigen Stadium gestellt. Eine zuverlässige Früherkennung würde jedoch für viele Betroffene neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen und die Prognose deutlich verbessern. 

Genau hier setzt die Studie an: Mit sensitiven, minimal-invasiven Verfahren – dem infraroten molekularen Fingerprinting (IMF) (1) – soll die Früherkennung von Lungenkarzinomen verbessert werden, um die Behandlungschancen deutlich zu erhöhen. Das IMF basiert auf Infrarot-Schwingungsspektroskopie, bei der molekulare Schwingungen mittels infrarotem Lichts angeregt und präzise gemessen werden (2). Der Ansatz nutzt das gesamte zellfreie Blutprofil, um für jede Patientin und jeden Patienten in einer einzigen Messung einen individuellen molekularen Fingerabdruck zu erzeugen, der lungenkrebsspezifische Veränderungen abbilden kann (3, 4). Die Technologie wurde am Lehrstuhl für Laserphysik der LMU gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik entwickelt.

Die Beteiligung von fünf BZKF-Zentren (Universitätskliniken in Augsburg, München LMU und TUM, Regensburg und Würzburg) sowie vier Partnerzentren (Klinikum Nürnberg Nord, Asklepios Lungenklinik Gauting, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, Klinikum Würzburg Mitte) stellt einen wichtigen Meilenstein für die anwendungsorientierte Forschung dar. Die Rekrutierung an mehreren Standorten ermöglicht nicht nur das effiziente Erreichen der geplanten Fallzahlen, sondern auch den Aufbau einer heterogenen Patientenkohorte, die unterschiedliche klinische und demografische Profile abbildet – ein entscheidender Faktor für die Aussagekraft und Übertragbarkeit der Ergebnisse.

Das Lasers4Life-Projektmanagenent-Team an der LMU und am LMU-Klinikum freut sich auf die enge Zusammenarbeit mit allen beteiligten Zentren und auch darauf, diese neue Form der Krebsfrüherkennung gemeinsam weiter voranzubringen.

Das BZKF fördert die gemeinsame Studie unter Beteiligung der fünf BZKF-Zentren und deren Partnerzentren mit 500.000 € für 24 Monate. 

Literatur: 

  1. Eissa, et al., Zigman. Angewandte Chemie International Edition. 2024 Dec 9;63(50):e202411596.
  2. Pupeza, et al., Zigman. Nature. 2020 Jan;577(7788):52-59. doi: 10.1038/s41586-019-1850-7.
  3. Kepesidis, et al., Zigman. ACS Central Science. 2025 Apr 9;11(4):560-573. doi: 10.1021/acscentsci.4c02164.
  4. Kepesidis, et al., Zigman. BMC Medicine. 2025 Feb 21;23(1):101. doi: 10.1186/s12916-025-03924-3. 

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