Förderung von TransVar64e und ProKnow stärkt Forschung und Vernetzung

Zum 01. Juli 2026 starten die beiden BZKF-Projekte TransVar64e und ProKnow. Die Projekte werden bis zum 31. Dezember 2027 mit jeweils rund 200.000 € gefördert. An beiden Vorhaben sind alle sechs BZKF-Standorte beteiligt und bringen ihre Expertise standortübergreifend in Forschung und Infrastrukturentwicklung ein.

Das Projekt TransVar64e entwickelt neue Auswertungsmethoden, um genetische Veränderungen bei Krebspatienten besser zu verstehen. Durch die Kombination von DNA- und RNA-Daten sollen unklare genetische Befunde genauer bewertet und für Therapieentscheidungen nutzbar gemacht werden.

Das Modellvorhaben zur Genomsequenzierung nach § 64e SGB V ist ein deutsches Gesundheitsprogramm, das gesetzlich Versicherten mit bestimmten Krebserkrankungen oder seltenen Erkrankungen den kostenlosen Zugang zur Entschlüsselung ihres gesamten Erbguts ermöglicht. Ziel ist es, genetische Krankheitsursachen zu finden und passgenaue, personalisierte Therapien zu entwickeln.

ProKnow ist eine moderne Softwareplattform, mit der Daten aus der Strahlentherapie bayernweit sicher und unabhängig vom jeweiligen Gerätehersteller verglichen werden können. Damit lassen sich komplexe Bestrahlungspläne besser auswerten und neue Forschungsfragen gezielter untersuchen. Es sollen zahlreiche gemeinsame Forschungsprojekte umgesetzt werden, darunter das BZKF-AYA-Projekt

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines leistungsfähigen und dauerhaft nutzbaren Datennetzwerks für die Strahlentherapie im BZKF. Die bisherige ProKnow-Cloud soll zu einer stabilen Forschungs- und Versorgungsinfrastruktur weiterentwickelt werden. Dadurch können Daten standortübergreifend effizienter genutzt, Prozesse vereinheitlicht und bestehende technische Hürden abgebaut werden. Ein wesentlicher Mehrwert besteht darin, die Vergleichbarkeit und Qualität von Bestrahlungsplänen zwischen den beteiligten Zentren sicherzustellen. So können Behandlungsergebnisse und mögliche Nebenwirkungen über mehrere Standorte hinweg systematisch ausgewertet und verbessert werden.

Darüber hinaus stärkt das Projekt die Zusammenarbeit mit bestehenden BZKF-Strukturen, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz und lokaler Therapien, sowie mit den Organgruppen Prostata-, Hirn-, Brust-, Lungen- und Pankreaskarzinome sowie CUP. Die geplante Kooperation mit dem Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) erweitert das Netzwerk zudem international und schafft zusätzliche Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte.

Die bereitgestellte Infrastruktur unterstützt darüber hinaus konkrete Studienvorhaben, darunter die BZKF-AYA-Initiative und die Phase-II-PRIDE-Studie. Insgesamt fördert das Projekt die standortübergreifende Forschung, erhöht die Datenqualität und trägt langfristig zu einer besseren und einheitlicheren Patientenversorgung bei.