Dr. Janina Dörr erhält Young Scientist Fellowship 2026 des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung
Bereits zum vierten Mal fördert das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) sechs herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an den bayerischen Universitätskliniken. Darunter ist auch Dr. Janina Dörr vom Institut für Klinische Pharmakologie am LMU Klinikum München. Die ausgewählten Projekte treiben neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für Krebserkrankungen in Bayern voran – mit dem klaren Ziel, innovative Ansätze schneller vom Labor ans Krankenbett zu bringen.
Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an den BZKF-Standorten Augsburg, München, Erlangen, Regensburg und Würzburg erhalten ab 2026 jeweils 100.000 Euro, um ihre visionären Forschungsprojekte umsetzten zu können. Die digitale Auszeichnung im November 2025 würdigte ihren Einsatz für eine bessere Krebsmedizin von morgen. BZKF-Direktor Prof. Dr. Andreas Mackensen betonte die große Bedeutung dieser Projekte für den unmittelbaren Nutzen der Patientinnen und Patienten und ermutigte den wissenschaftlichen Nachwuchs, die Zukunft der BZKF-Forschungsgruppen aktiv mitzugestalten.
Auszeichnung für Forschung zu CAR-T-Zelltherapie bei soliden Tumoren
Dr. Janina Dörr erhält das Young Scientist Fellowship 2026 für ihre Forschung am Institut für Klinische Pharmakologie zur Entwicklung von CAR-T-Zellen mit neuartigen PGE2-gerichteten Rezeptoren zur Stärkung der Anti-Tumor-Immunität. Der Hintergrund der Forschung: Die Therapie mit CAR-T-Zellen hat die Behandlung bestimmter Blutkrebserkrankungen revolutioniert. Dabei werden die Killer-Zellen des Immunsystems, sogenannte T-Zellen, mit einem chimären Antigen-Rezeptor (CAR) ausgestattet, der es ihnen ermöglicht, Tumorzellen zu erkennen und zu eliminieren.Bei soliden Tumoren stoßen CAR-T-Zellen jedoch an Grenzen, weil das sogenannte Tumormikromilieu das Immunsystem stark unterdrückt. Ein wichtiger Botenstoff, der diese Unterdrückung verursacht, heißt Prostaglandin E2 (PGE2). Er schwächt die Abwehrzellen im Tumor und erschwert so deren Arbeit.
„In unserem Projekt wollen wir spezielle künstliche Rezeptoren entwickeln, die auf CAR-T-Zellen sitzen und gezielt PGE2 im Tumor erkennen und neutralisieren können“, sagt Dörr. Dadurch sollen die Immunzellen wieder besser gegen den Tumor arbeiten können. Dafür werden zwei verschiedene Rezeptortypen untersucht: Einer fängt PGE2 ab, der andere löst bei Kontakt mit PGE2 ergänzend die Ausschüttung von stärkenden Botenstoffen aus, die das Immunsystem zusätzlich anregen.
„Das Ziel ist, die Wirksamkeit von CAR-T-Zellen gegen solide Tumoren zu verbessern“, erklärt die Wissenschaftlerin, die bereits 2024 für ihre Forschung als LMU Medical Scientist ausgezeichnet wurde. Langfristig könnten die Ergebnisse dazu beitragen, neue, wirksamere Immuntherapien für Krebspatientinnen und -patienten in Bayern zu entwickeln.