Krebsbehandlung heute

Kaum ein Bereich der Medizin entwickelt sich so rasant wie die Onkologie. Bestand die Krebsbehandlung früher aus Operation und Chemo- bzw. Strahlentherapie, gibt es heute eine große Bandbreite individualisierter, maßgeschneiderter Therapien. Wie sehen diese aus?
Darüber diskutieren Prof. Dr. Stephanie Combs, Direktorin der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar in München, und Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor der Hämatologie und Internistischen Onkologie am Universitätsklinikum Erlangen.“Krebs ist nicht gleich Krebs“, sagt Andreas Mackensen. „Wir wissen inzwischen immer mehr über Veränderungen in den Krebszellen, welche Gene, welche Moleküle dort im Vergleich zu einer gesunden Zelle verändert sind, und haben heute die Möglichkeit, diese Veränderung dann auch gezielt zu behandeln.“
Eine Immuntherapie mit sogenannten Checkpoint-Hemmern kann zum Beispiel das von Krebszellen ausgebremste Immunsystem wieder in Gang setzen. Auch die Radioonkologie hat sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend weiterentwickelt – “dahingehend, dass man immer zielgenauer wurde, den Tumor oder den Tumorbereich zu vernichten, zu behandeln und gleichzeitig das gesunde Gewebe zu schonen“, wie Stephanie Combs erklärt.
Nur im Zusammenspiel der verschiedenen onkologischen Disziplinen können Patienten optimal behandelt werden. Nicht jede Therapie ist dabei für jeden Betroffenen gleichermaßen geeignet: „Es ist extrem wichtig, dass wir diese Therapieentscheidung für jeden einzelnen Patienten individuell treffen“, erklärt Andreas Mackensen. Aber nicht nur auf die Behandlung kommt es an: “Ich glaube, dass wir in der modernen Onkologie die Prävention und die Therapie untrennbar miteinander bündeln müssen“, sagt Stephanie Combs. Mehr Information